Texte

Texte zur musikalischen Bildung 

VdM Hessen

 

 

Jahrbuch für die öffentliche Musikschularbeit 2017
VdM_Jahrbuch2017  (PDF Datei, 3,4 MB)

 

Broschüre 50 Jahre VdM-Hessen
Broschuere_50_Jahre_VdM-Hessen    (PDF Datei 1,9 MB)

 

50 Jahre Verband deutscher Musikschulen in Hessen (Begrüßung)

Hiermit begrüße ich sehr herzlich die Mitglieder des Hessischen Landtages und der Hessischen Landesregierung insbesondere den den Hessischen Kultusminister, Herrn Prof. Dr. R. Alexander Lorz die Bürgermeister der Sitzgemeinden und die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände. Die Vorsitzenden der Trägervereine der Musikschulen die Vertreter des HKM und des HMWK sehr herzlich den Bundesgeschäftsführer des VdM, Herrn Matthias Pannes (stellvertretend auch für die anderen musiktreibenden Verbände) die Präsidentin des Landesmusikrates, Frau Dr. Ursula Jungherr (stellvertretend für die anderen Verbände der kulturellen Bildung) den Vorsitzenden der Landesvereinigung kulturelle Bildung, Herrn Lothar Behounek (stellvertretend auch für die beruflichen Ausbildungsinstitute in Hessen), den Vorsitzenden des Bündnisses für Musikunterricht in Hessen, Herrn Volkhard Stahl. Die Kolleginnen und Kollegen aus den hessischen Musikschulen und was wäre das alles aber ohne die Eltern und die Musikschülerinnen und -schüler, die ich ebenso begrüße wie last but not least, den Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft, Herrn Prof. Dr. Oliver Scheytt sowie unseren Überraschungsgast, den wir Ihnen erst im Lauf des Programmes vorstellen und alle anderen Gäste des heutigen Abend.

 

Der Verband deutscher Musikschulen in Hessen blickt in diesem Jahr auf 50 Jahre zivilgesellschaftlichen Engagements für die musikalische Bildung zurück.
Ich persönlich blicke auf nur 49 Jahre Musikschule zurück! Auf den Moment als ich 1968, eigentlich ursprünglich aus Nordhessen, aus Kassel kommend, zum ersten Mal zu meinem Gitarrenunterricht in die damals noch junge Musikschule Bad Vilbel in meine erste Unterrichtsstunde gegangen bin. Seit diesen 50 Jahren setzt sich der VdM-Hessen für die breite Teilhabe am Musiklernen und ein möglichst vielfältiges Musizierenlernen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Gesamtbevölkerung ein.
Lassen Sie mich aus diesem Anlass die Ideengeschichte der öffentlichen Musikschulen und ihres Verbandes kurz in Erinnerung zu rufen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert gab es in der Regel nur den chorischen Singunterricht in den Volks- und weiterführenden Schulen sowie das Angebot instrumentaler Ausbildung von privaten Musiklehrkräften. Das daraus resultierende Dilemma einer unzureichenden aktiven Musizierpraxis in der Bevölkerung führte zur Einrichtung von neuartigen Musikschulen, die versehen mit dem Auftrag musikalischer Bildung, zugleich die Qualität des schulischen Musikunterrichts verbessern, wie auch die finanziell bedingte Selektion beim Zugang zu den privaten instrumentalen Unterrichtsangeboten abbauen sollten.
Diese drei Aspekte: musikalische Bildung, qualitative Verbesserung der Musizierpraxis und Teilhabemöglichkeit für sämtliche Bevölkerungsgruppen, bilden bis heute die grundlegenden Konstanten der öffentlichen Musikschularbeit. Als vierter, wesentlicher Punkt, ist noch das Bestreben einer möglichst umfassenden Musikerziehung zu ergänzen, die somit über die einschlägige Instrumentalausbildung hinausgeht. Soweit zur Historie. Seither haben sich die öffentlichen Musikschulen zu charakteristischen kulturellen Bildungseinrichtungen entwickelt, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ihrem breit gefächerten Unterrichtsangebot eine Vorstellung von der außerordentlichen Vielfalt der Musik vermittelt.
Die öffentlichen Musikschulen stehen dabei in der gesellschaftlichen Pflicht, die Teilhabe an Musik für alle sozialen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten und dies zugleich mit der Möglichkeit einer umfassenden musikalischen Bildung zu verbinden. Auf diese Weise leisten öffentliche Musikschulen einen wesentlichen Beitrag zur Allgemeinbildung mit Hilfe musikpädagogischer Methoden und einer darauf aufbauenden künstlerischen Ausbildung.

Im Rahmen einer Erziehung mit und zur Musik führen sie ausgehend von elementaren Musizierformen, zu vielfältigster vokaler und instrumentaler Musizierpraxis.
Meine Damen und Herren, es liegen nun 50 Jahre erfolgreicher öffentlicher Musikschularbeit in Hessen hinter uns. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die von der Kultusministerkonferenz bereits 1967 geforderte „Einrichtung eines dichten Netzes von gut ausgestatteten und möglichst mit hauptamtlichen Lehrkräften besetzten Musikschulen“ um den schulischen Musikunterricht durch aktives Musizieren zu ergänzen, bis heute dringlicher ist denn je. Im Bündnis “Musikerziehung in Hessen” vertreten wir zusammen mit dem BMU-Hessen, dem Verband der Schulmusiker in Hessen die Auffassung, daß der Bildungsauftrag Musik sich nur im Zusammenwirken von Musikschule und Schulmusik erfüllt.
Obwohl das 50-jährigen Jubiläum des VdM-Hessen die Vielzahl positiver und produktiver Ergebnisse der öffentlichen Musikschularbeit in Hessen belegt, steht diese jedoch in naher Zukunft ernsthaft in Frage. Hierbei geht es um eine zweifache sich potenzierende Problemlage, der die öffentlichen Musikschulen nicht mehr aus eigener Kraft begegnen können und die damit einer übergreifenden politischen Lösung bedarf:
Erstens, tragen die Eltern in Hessen mittlerweile im Durchschnitt mit einem Anteil von rund 62 % zur Gesamtfinanzierung der öffentlichen Musikschulen bei. An einzelnen Standorten liegen die Beitragsanteile sogar bei über 80%. Somit steht die Teilhabegerechtigkeit in Frage, weil wichtige Zielgruppen aus finanziellen Gründen nicht mehr erreicht werden können. Im Ländervergleich müssen die hessischen Eltern den höchsten Eigenanteil schultern, der lediglich von Schleswig-Holstein geringfügig übertroffen wird.
Zweitens, stehen die öffentlichen Musikschulen aufgrund der unzureichenden Anzahl finanziell zureichender bzw. existenziell gesicherter Arbeitsplätze vor dem grundsätzlichen Problem des fehlenden Lehrkräftenachwuchses! An sämtlichen hessischen Ausbildungsinstituten für die Musikberufe ist bereits eindeutig erkennbar, dass die Studierenden nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung in andere Bundesländer abwandern.

Diesem Problem stellt sich der VdM-Hessen. Die Abhilfe wird allerdings nur im konstruktiven Zusammenwirken aller fachlichen Multiplikatoren und politischen Entscheidungsträger gelingen.
In einem bundesweit neuartigen Handlungsschritt steht die Gründung eines Kuratoriums unmittelbar bevor . Die Initiatvgruppe setzt sich zusammen aus Herrn Kartmann, Präsident des hessischen Landtages, Prof. Dr. Ronellenfitsch, hessischer Datenschutzbeauftragter, Prof. Dr. Leonhard, Staatssekretär a. D. des HMWK dem Geschäftsführer unseres Landesverbandes Herrn Hans-Joachim Rieß und mir. Wir 5 Personen haben zwischenzeitlich illustre Personen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien zur Mitarbeit gewinnen können. Wir verfolgen damit das Ziel, die Idee der öffentlichen Musikschularbeit in die Breite der Gesellschaft hinein zu tragen.

 


 

Ganztägig Lernen und Pakt für den Nachmittag
ganztaegig_lernen_und_pakt_fuer_den_Nachmittag   (PDF Datei 1,9 MB)

 

Umfassende musikalische Bildung im Zusammenwirken von Schulmusik und Musikschule
musikalische_bildung_musikschule_allgm_bildende_schule  PDF Datei   (213 KB)

 


 

 

 

 

Geschichte der Musikschule Friedberg

Mit der Gründung der Musikschule Friedberg wird das örtliche Musikleben der Schulen, Kantoreien und Musikvereine umfangreich erweitert. Die öffentliche Förderung der Musikschule ermöglicht von nun an die Teilhabe an musikalischer Bildung für breitere Bevölkerungsschichten. Der Musikunterricht für Jung und Alt findet somit seit Mitte der 1980er-Jahre seine eigene Bildungseinrichtung in der Kreis- und Schulstadt Friedberg, deren Musizieren auf den städtischen Veranstaltungen bald nicht mehr wegzudenken ist. Die gemeinnützige Musikschule unterstützt seitdem allgemeinbildende Schulen in Friedberg und Umgebung beim Musikunterricht ihrer Schülerschaft und entwickelt ein musikalisches Bildungsnetzwerk über die Stadtgrenze hinaus.
Die öffentliche Musikschule Friedberg ist eine musikpädagogische Einrichtung mit einem kulturellen Bildungsauftrag. Ihre zentrale Aufgabe ist die Breitenarbeit in Form der Musikalischen Früherziehung und Grundausbildung, der Ausbildung des Nachwuchses für das Laien- und Liebhabermusizieren und der Spitzenförderung durch die Vorbereitung entsprechend begabten Musikschülerinnen und -schüler auf ein Berufsstudium.

1985
21. Januar: Informelles Treffen bezüglich der „Initiative zur Gründung einer Musikschule e.V. in Friedberg“
12. März: Der Trägerverein „Musikschule Friedberg e.V.“ wird gegründet. Zweck des Vereins ist nach §2, (1) der Satzung die „Förderung musikalischer Jugend- und Laienbildung, sowie die Förderung des Musiklebens“.
1. Vorsitzender: Detlef Bothe (Gründungsvorsitzender)
2. Vorsitzender und: Michael Eberhardt (ehrenamtlicher Schulleiter)
1. Oktober: Eröffnung der Musikschule Friedberg und Aufnahme des Unterrichtsbetriebes in den Räumlichkeiten der Gemeinsamen Musterschule in der Friedberger Altstadt.
1986
Der Wetteraukreis stellt in der Gemeinsamen Musterschule zwei Unterrichtsräume zur Verfügung, welche von Musikschulkräften und Mitgliedern des Trägervereins in Eigenarbeit renoviert wurden. Diese sind mittlerweile voll ausgelastet.
13. September: 1. Lehrer*innenkonzert in der Stadthalle
November: Die Musikschule Friedberg verbindet sich freundschaftlich mit der „École de Musique et de Dance“ in der Partnerstadt Villiers sur Marne. Es folgen eine Reihe von gegenseitigen Besuchen zwischen den Musikschulen.
22. November: Konzert mit der Musikschule „École de Musique et de Dance“ in der Partnerstadt Villiers sur Marne in der Stadthalle
1987
Neuer Vorsitzender des Trägervereins: Peter Wenzel Sadlo
29. Mai: Erstes Schüler*innen Konzert
19. September: Die fünf öffentlichen Musikschulen des Wetteraukreises veranstalten erstmalig ein Wetterauer Musikschulfest.
03. August: Beginn des Aufbaus der Grundstufe

1988
Hauptamtlicher Schulleiter: Michael Eberhardt
November: Die Musikschule Friedberg wird Mitglied des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) LINK
Jedem Menschen muss nicht nur die Möglichkeit offenstehen, sich aktiv musikalisch auszudrücken, sondern auch die dafür notwendigen Fähigkeiten zu erwerben. Jedoch führen die unterschiedlichen Ausstattungen der Elternhäuser mit Bildungskapital, wie auch die heterogenen Bedingungen zwischen Stadt und Land, zu Ungleichheiten und Benachteiligung. Gemeinsame Aufgabe von allgemeinbildenden Schulen und öffentlichen Musikschulen ist es daher, diese Kluft aufzufangen, ohne die Menschen gleich machen zu wollen. Vor diesem Hintergrund widmet sich der VdM als Fach- und Trägerverband der öffentlichen Musikschulen der musikalischen Bildung und Musikpflege für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Mitgliedschaft im VdM ist ein Gütesiegel, dass zu einem umfassenden Unterrichtsangebot mit Ensemble- sowie Ergänzungsfächern und qualifiziertem Lehrpersonal verpflichtet.
1989
Kontinuierliche Weiterentwicklung des Fächerkanons und des Ensemblelebens– Cello, Akkordeon und Oboe kommen hinzu
Öffentliche Musikschulen in Hessen fordern Musikschulgesetz (60.000 Unterschriften gesammelt für Musikschulgesetz)
1989-1993
Weiterer Aufbau der Musikschule Friedberg in Kooperationen mit Kindertagesstädten und allgemeinbildenden Schule in Friedberg und umliegenden Städten und Gemeinden.
1994
9. Juli: „Konzert Kunterbunt“ im Plenarsaal des Wetteraukreises
1995
1. Juli: Festkonzerte an verschiedenen Orten in Friedberg zum 10jährigen Musikschul-Jubiläum
Aufbau des Fachbereichsleitungsteams für die Fachbereiche Elementare Musikpädagogik, Streicher, Zupfinstrumente, Tasten, Blasinstrumente, Gesang und Schlagwerk.
Neue Stelle der Stellvertretenden Schulleitung
1998
13. Juli: Kindermusical „Sammy“ in Kooperation mit der Gesamtschule Konradsdorf
1999
Februar: Ersten „Internationalen Friedberger Gitarrentage“ finden in der Musikschule Friedberg statt
2000
17. Juni: „Hessen in Takt“ – Rollender Konzertsaal in Form eines Sonderzuges von Kassel nach Frankfurt

2001
Der Wetteraukreis etabliert ein Zuschusssystem für die öffentlichen Wetterauer Musikschulen.
1. Mai: Umzug in das „Alte Rathaus“ auf der Kaiserstraße
November: Erster Besuch im italienischen Magreglio (Partnerstadt Friedbergs am Comer See)
2002
Dezember: Einführung des jährlichen Klingenden Adventskalenders

2005
Mai: Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40jährigen Jubiläum des Europa-Clus mit vier Chören, zwei Ensembles der Musikschulen Villiers-Sur-Marne und Bishop’s Stortford
27. November: 20jähriges Musikschul-Jubiläum „Thank you for the music“ in der Stadthalle
2006
März: 19 Lehrer*innen für Dienstjubiläen von 10 Jahren und mehr geehrt

Juli: Konzertreihe „Musik braucht Räume“ mit der Forderung, die Renovierung des Alten Rathauses zu beschleunigen
2007
22. Februar: Demonstration vor der Stadtverordnetenversammlung für eine schnelle Renovierung des Alten Rathauses
September: Renovierung des Alten Rathaus
2008
September: Start des Projekts Jedem Kind ein Instrument „JeKi Hessen“
28. November – 21. Dezember: 1. Friedberger Eisweihnacht, Klingender Adventskalender findet in der Burgkirche statt
2009
26. Juni: Feierliche Übergabe des Alten Rathauses nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten
2010
Januar: Erste Eltern-Kind-Kurse für Säuglinge ab drei Monate
20. Juni: großes Fest zum 25jährigen Musikschul-Jubiläum
5. November: Jubiläums-Festakt im Plenarsaal des Wetterauer Landratsamtes mit besonderer Würdigung durch den Landrat des Wetteraukreises
2012
Weiterer Ausbau der Schulkooperation bis nach, Echzell, Reichelsheim, Florstadt, Wöllstadt Rosbach
Verhandlungen mit den Bürgermeister*innen der umliegenden Gemeinden für Zuschüsse zur Mitfinanzierung der Arbeit der Musikschule Friedberg
Oktober: Start des Instrumentenkarussells
2014
Neuer Vorsitzender des Trägervereins: Jörg Päsel
Mai: Auftritte auf der hr4-Aktionsbühne des Frühlingsmarktes
2016
5./6. November: Musicalprojekt „High-School-Musical“ im Theater Altes Hallenbad
2019
VdM-Kampagne für eine „Erhöhung der staatlichen und kommunalen Förderung öffentlicher
Musikschularbeit in Hessen“
6. März 2019 Feier zur Verabschiedung von Michael Eberhardt als Schulleiter im Alten Rathaus

2019 bis 2022 neue Schulleitung – Bert Jonas
Ab 2022 Neuer Vorsitzender des Trägervereins: Michael Sturm
Ab 2023 neue Schulleitung – Kevin Burg